Scheidung in Österreich – Zahlen, Trends & Fakten

Die Scheidung ist ein bedeutender demografischer Indikator für Familienstrukturen und gesellschaftliche Veränderungen. In Österreich zeigen sich in den letzten Jahren interessante Entwicklungen: Während die Zahl der Ehen insgesamt relativ stabil ist, verändert sich das Verhältnis zwischen Heirat und Trennung – und damit auch die Scheidungsstatistik. (STATISTIK AUSTRIA)


1. Wie viele Ehen werden geschieden? (2024)

Nach den aktuellsten Daten von Statistics Austria lag die Gesamtscheidungsrate 2024 bei etwa 36,5 % – das bedeutet, dass rund 36,5 von 100 Ehen aufgelöst wurden. (STATISTIK AUSTRIA)

Die Scheidungsrate ist damit leicht gesunken gegenüber den Jahren zuvor, als sie etwa 37–38 % betrug, und deutlich niedriger als frühere Werte von über 40 %. (VOL.at)


2. Wie lange halten Ehen vor der Scheidung?

Die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung liegt bei etwa 10,5 Jahren, also etwas über einem Jahrzehnt. (STATISTIK AUSTRIA)

  • Ein kleiner Teil aller Scheidungen – rund 1,3 % – erfolgt bereits im ersten Ehejahr.
  • Etwa 4,8 % der Scheidungen geschehen im zweiten Ehejahr. (STATISTIK AUSTRIA)

Fast die Hälfte aller Eheauflösungen betrifft Paare, die weniger als zehn Jahre verheiratet waren. (STATISTIK AUSTRIA)


3. Kinder und Scheidung

Scheidungen betreffen nicht nur die Ehepaare selbst, sondern oft auch Kinder. 2024 waren insgesamt 17.800 Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, davon 12.522 Minderjährige – also mehr als 70 % aller betroffenen Kinder. (STATISTIK AUSTRIA)

Das bedeutet, dass Familien mit jüngeren Kindern besonders von den Folgen einer Eheauflösung betroffen sind.


4. Entwicklung über die Zeit

Die Scheidungsrate in Österreich zeigt seit den 2000er-Jahren einen Abwärtstrend:

  • In den frühen 2000er Jahren lag die Rate häufig über 40 %. (STATISTIK AUSTRIA)
  • In den letzten Jahren ist sie kontinuierlich auf ca. 36,5 % (2024) gesunken. (VOL.at)

So ist Scheidung heute zwar weiterhin häufig, aber weniger verbreitet als noch vor einigen Jahren.


5. Regionale Unterschiede

Die Statistik zeigt auch Unterschiede zwischen den österreichischen Bundesländern:

  • Die höchsten Scheidungsquoten finden sich traditionell z. B. in Vorarlberg, Niederösterreich und Wien – dort liegen sie meist etwas über dem Landesdurchschnitt.
  • In anderen Bundesländern wie Tirol oder Steiermark ist die Rate etwas niedriger. (STATISTIK AUSTRIA)

Diese regionalen Unterschiede können mit sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen Faktoren zusammenhängen.


6. Einordnung & Bedeutung

  • Rund ein Drittel aller Ehen in Österreich endet statistisch betrachtet in einer Scheidung – ein Wert, der zeigt, dass viele Paare trotz jahrzehntelanger Veränderungen an der Institution Ehe weiterhin den Schritt der rechtskräftigen Trennung gehen. (STATISTIK AUSTRIA)
  • Die Ehedauer vor der Scheidung und die hohe Zahl betroffener Kinder unterstreichen, dass Scheidung ein Lebensereignis mit weitreichenden sozialen Folgen ist.
  • Der langfristige Rückgang der Scheidungsquote kann verschiedene Ursachen haben – beispielsweise veränderte Heiratsmuster, spätere Heiratsalter oder ökonomische Faktoren, die Ehepaare bei einer Entscheidung beeinflussen. (VOL.at)

Fazit

Die Scheidungsstatistik in Österreich zeigt:

  • Etwa 36,5 % aller Ehen werden geschieden (2024). (STATISTIK AUSTRIA)
  • Die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung beträgt rund 10,5 Jahre. (STATISTIK AUSTRIA)
  • Tausende Kinder sind jährlich von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. (STATISTIK AUSTRIA)
  • Die Scheidungsrate ist in den letzten Jahren leicht gesunken. (VOL.at)

Das Thema bleibt ein wichtiger Bestandteil sozialer und demographischer Entwicklungen in Österreich – und betrifft viele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.

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